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Rauchen und Tauchen: Die Zigarette als gefährlicher Buddy


Taucher halten weiße Taschentücher vor die Flaschenventile, um verunreinigte Luft aufzuspüren und kümmern sich um jeden noch so winzigen Kratzer am Atemregler. Um sich dann direkt vor oder nach dem Tauchgang eine Zigarette anzuzünden und ungehemmt Nikotin in die Lunge zu ziehen. Klingt paradox? Das ist es auch. Denn Rauchen ist für Taucher mehr als nur eine ungesunde Angewohnheit.

 

Gerade aus dem Wasser gestiegen, noch im tropfenden Neoprenanzug, muss die erste Zigarette aus der Trockenbox her – um den Tauchgang auch wirklich genießen zu können. Das behaupten rauchende Taucher (auch bekannt als tauchende Raucher) dann gerne äußerst überzeugt. Und vernebeln damit nicht nur ihre Umgebung, sondern vor allem ihre eigene Sucht vor sich selbst. Rauchen und Tauchen unterscheidet zwar nur der Anfangsbuchstabe, Gemeinsamkeiten gibt es aber trotzdem nicht. Denn wer regelmäßig seine Lunge mit Nikotinqualm füllt, hat diese zwar flächendeckend geteert (zynische Tauchlehrer sagen dazu: „Damit der Tod nicht stolpert“), aber weniger Platz für das, was unter Wasser wirklich wichtig ist: Atemluft.

Wie ein verstopftes Abflussrohr

Die Lunge ist verstopft wie ein jahrzehntealtes Abflussrohr. Sämtliche Zuleitungen (Alveolen) sind es ebenfalls. Und man muss nicht vom Sanitärfach sein, um sich vorstellen zu können, dass Ablagerungen den Durchmesser eines Rohres verringern. Ähnliches verursacht Zigarettenqualm im Körper, allerdings ohne die Option, bei Verstopfung einen Klempner zu rufen, der mit Pömpel und Metallspirale flott für freie Bahn in den Rohren sorgt.

In den Lungenbläschen, den Alveolen, die man sich wie Weintrauben vorstellen kann, die rebenartig nebeneinander liegen, findet der Gasaustausch statt. Klingt jetzt wieder nach Sanitärbedarf, gemeint ist aber die Atemluft. Hier wird der Sauerstoff aus der Atemluft gefiltert und gegen verbrauchte Luft (in Form von Kohlendioxid) getauscht. Von hier aus wandern beim Tauchen durch die Druckunterschiede in der Tiefe kleinste Gasbläschen ins Blut und beim Auftauchen wieder zurück. Das klappt normalerweise bestens.

Hirn an Lunge: „Sofort die Schotten dicht machen!“

Wenn die Lunge aber durch jahrelangen Kippenkonsum allzu gut geteert wurde, ist sie gereizt und zugeschmoddert wie der Siphon im Altbau-Bad. Dann wird es nix mit dem Gas-Austausch – die Luft kommt beim Auftauchen nicht mehr „rein“, weil Nikotin von innen die Zugänge verklebt und der Körper das Ganze durch eine Schutzfunktion unterstützt: Wenn ein Raucher an einer Zigarette zieht, schreit der Körper innerlich: „Ihh, baah, sofort die Schotten dicht machen!“ und verengt die Bronchien, um möglichst wenig von dem Giftzeug abzukriegen. Sind die Wege derart verstellt (wir erinnern uns an das Abwasserrohr), kommt das Atemgas beim Auftauchen nicht mehr schnell genug wieder raus. Mögliches Resultat: Lungenverletzung. Wer also unbedingt rauchen muss, sollte auf keinen Fall vor, sondern nach einem Tauchgang seiner Sucht frönen. Von den anderen Raucher-Komplikationen – mangelnde Fitness, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenkrebs – wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht anfangen…                       cku

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