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Perfekte Tarierung: Tauchen wie auf Schienen


Scheinbar schwerelos an staunenden Fischen vorbei zu schweben und dabei bis auf ein richtungskorrigierendes Flossenschläglein nichts zu tun, ist der Idealzustand jedes Tauchers. Wer perfekt tariert ist, sieht nicht nur deutlich eleganter aus als ein mit sämtlichen Extremitäten herumzappelnder Taucher, sondern schützt das Riff – und sich selbst.

Perfekte Tarierung ist vor allem eines: Übungssache. Und extrem wichtig. Natürlich könnte man stattdessen auch versuchen, Unterwasserhindernisse wie Korallenblöcke mit wilden Flossenschlägen oder heftigem Armgeruder zu umtauchen. Oder hektisch per Inflator Luft ins Tarierjacket zu schießen und diese dann zehn Sekunden später wieder herauszulassen. Hoch und runter wie eine Flipperkugel durch die Unterwasserlandschaft.

Man ahnt: Das ergibt keinen Sinn und ist im besten Fall für Mittaucher sehr kurios anzuschauen und erhöht den Luftverbrauch des herumhampelnden Tauchers, im schlechteren Falle aber auch seine Verletzungsgefahr. Eine gute Tauchlage muss her – und zwar immer, in jeder Situation. Wer den Schwebezustand beherrscht, umschifft Hindernisse mit ein bisschen Übung regelrecht automatisch, ohne darüber nachzudenken. Mit dem Jacket gleicht er in der Tiefe den Wasserdruck aus und schafft damit die Basis für das Feintuning per Lunge, also der Tarierung durchs Atmen.

Flossenschlag lässt die Unterwasserwelt im Schlammnebel versinken

Wer beim Abstieg zu spät oder zu wenig Luft ins BCD pumpt, droht auf Korallen zu krachen wie Dachziegel bei Sturm aufs parkende Auto. Fazit: Nicht gut. Weder fürs Riff, das Taucher nicht berühren sollten – auch nicht mit den Flossen –, noch für den Taucher. Der, hat er einmal beherzt in eine Koralle, eine Anemone oder gar einen gut getarnten vor sich hindösenden Skorpionfisch gepackt, seine Abstiegsmethode Marke „Abrissbirne“ vermutlich schnellstens freiwillig überdenkt.

Perfekt tarierte Taucher legen sich nicht auf Korallen, um ihre Kamera still halten zu können, weil sie eine Nacktschnecke ablichten wollen. Sie grabschen auch nicht mit behandschuhten Fingern im Riff oder an Wracks („Ist doch nur Metall“) herum und zerstören dabei wichtige Algen, Mikroorganismen und Makro-Lebewesen. Und sie denken daran, dass sie nicht nur „vorne“  gut tariert sind. Denn außerhalb ihres Sichtfeldes – es sei denn, sie tauchen vorwiegend rückwärts – folgen ja immerhin mindestens noch gut anderthalb Meter Bein samt Flossen. Gerade über sandigem oder schlammigem Untergrund ist es immer wieder schön, wenn der womöglich überbleite oder mit einer gewissen Po-Schwere belastete Vordermann so wild strampelt, dass das Unterwasserpanorama für alle nachfolgenden Taucher im Nebel versinkt.

Im Wasser zu liegen wie ein Brett hört sich zwar etwas hüftsteif an, ist aber in Wahrheit ein großes Taucherkompliment. Perfekte Tarierung ist nichts anderes als Tauchen wie auf Schienen mit dem Körpergefühl eines schwerelosen Astronauten im Weltall. Es sieht nicht nur extrem lässig aus, sondern fühlt sich auch so an.  cku

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